Documenta 12 ...

Die gestern zu Ende gegangene, die ich nicht mit einem Wort würdigte, wenngleich sie aus Distanz den ganzen Sommer über unter Beobachtung stand, beschließe ich - hier und jetzt - mit einem Nachruf. In 100 Tagen passierten 754.301 BesucherInnen aus 52 Ländern die Drehkreuze der Ausstellung. Das sind 16% mehr als im Vorjahr. Einzigartig, wie es von offizieller Seite heißt. Für mich einzigartig waren die 1001 von Ai Weiwei im Rahmen seines Fairytale-Projekts eingeladenen Chinesen, die in Kassel durch 1001 an allen Ausstellungsorten verstreute Stühle omni-präsent waren.

Das Abschlussstatement zur Documenta überlasse ich Rainald Goetz . Was er dazu sagt, hat wie immer wieder Hand und Fuß: "Produktive Kollektive brauchen eine möglichst inhomogene Gruppe speziell aus-differenzierter Individuen, von denen jeder auf andere Art auf das Gemeinsame des intendierten Produkts bezogen ist. Das Gemeinsame ist die Idee der Sache, deren Charakter vertreten wird vom Chef. Er muss die Differenzen seiner Leute mobilisieren, auf das Ganze hin anreichern und zusammenführen. Dabei wird prozessual und experimentell am Output ermittelt, wie die Idee der Sache sich jeweils neu konkret aktualisiert. Je komplizierter die dabei ablaufenden Prozesse Widersprüche, Widerstände und Marginalitäten nicht ausschließen, sondern in die Sache hereinholen, umso besser wird das Resultat. Beispiel: Documenta 12."

Was ich daraus lerne?
> Kurze Sätze tun nur so als ob sie einfach wären.
> Wahrheiten ohne Widersprüche werden nicht mehr geduldet.
> Output immer am Prozess ausrichten.
> Um der Sache Gestalt zu verleihen braucht es einen Chef, oder zumindest ein Statement, das so tut als ob. Denn nur wer Reibeflächen systematisch herstellt, wird dort auch Ideen entzünden können.
> Was passiert und was nicht passiert, entscheiden nicht wir. Für mich konkret bedeutet das, dass ich keine Schummlereien mehr zulasse, was das Datum der Blogbeiträge angeht. Wenn ich schreibe, schreibe ich und wenn ich stumm, bin ich stumm. In Zukunft, für immer!
> Nur mehr Ergänzungsfragen stellen.
> Es gibt eine Kunstform, die schert sich um nichts. Ist Denken als Kunst nicht künsteln der Gedanken. Ist ein Anfangen mehr als ein Zu-Ende-Bringen. Ist kurzes Aufleuchten in der Nacht. Ist ALMBLITZ und kommt als Geschenk. Bestenfalls.

Was ich daraus lerne?
Wenig bis nichts.
Macht nichts.

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Siniweler - Ohne Tal

Kein Ort zum Verweilen, nirgends. Wohin uns die Reise führt? Geradewegs lotrecht zu allem, was das Herz schneller schlagen lässt.

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