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Freitag, 17. April 2009

Warum nur ...

... ist in diesem Blog eigentlich immer noch alles schwarz auf weiß? Soll ich stolz sein oder schamerfüllt. Was bitte ist heute richtungweisend? Und morgen gestrig? Schmerzt Wahrheit schwarz auf weiß am besten?

Montag, 9. Februar 2009

I hate Valentine's Day ...

... and the endless commercialization of intimacy. ZEIGEN SIE GEFÜHL
and join this group, NOW!.

valentines

Freitag, 9. Januar 2009

Damit auch 2009 die Richtung stimmt ...

... erinnere ich mich heute an den Satz, den mir mein Lateinprofessor vor mehr als 25 Jahren noch schnell zugesteckt hat, bevor er uns verlassen musste. Und der seit damals in meinem Herzen brennt - mal stärker, mal schwächer, aber nie erlosch: "Unser Ziel ist ein teilnehmendes, bewusstes und naturgemäßes Leben."

Wer bereit ist, diesen Satz zu kauen und den ungeheuren Spagat zu wagen, den er verlangt, hat den Schlüssel zu ALLEM in der Hand. Und wer mir sagt, von welchem lateinischen Dichter das Zitat stammt und wo ich es finden kann, der bekommt von mir eine Flasche vom besten Wein, den ich im Keller hab. Versprochen!

Donnerstag, 31. Juli 2008

Nationalstolz im Bergtrikot ...

IMG_2969 Anderntags in der U-Bahn konnte er sich davon überzeugen, wie groß die Euphorie war, die seit Bernhard Kohls historischer Tour-de-France-Leistung das Land erfasst hatte. Selbst Leute, die aufgrund ihrer Leibesfülle eine Bedrohung für jedes Radl darstellten, griffen dieser Tage bei der Wahl ihrer Garderobe kurzerhand zum Bergtrikot, das sich ihm plötzlich darbot, als hätte man eine Nationalflagge in einen Teilchenbeschleuniger geworfen.

War das der entscheidende Hinweis? War Österreich tatsächlich auf dem Weg zur Radsportnation?














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Mittwoch, 25. Juni 2008

Kloster oder Bordell ...

Foucault hat sich einmal die Frage: "Kloster oder Bordell?" gestellt. Er entschied sich gegen Amerika und ging nach Japan, ins "Reich der Zeichen". Eine schöne Metapher auch auf das Bloggen/Schreiben und seinen exhibitionistischen Aspekt. Das Subjekt reißt sich nicht die Kleider vom Leib und setzt auf den Vouyerismus der anderen, sondern vermittelt sich zeichenhaft. Bestenfalls oder gar nicht.

blog

Montag, 16. Juni 2008

Was man von einer Hose wollen soll ...

schreibt Klaus Nüchtern im letzten Falter und weil dem nichts oder bloß marginales hinzuzufügen, aber auch kaum etwas wegzulassen ist, zitiere ich ausnahmsweise den kompletten Text:

Mein Interesse an Mode ist eine für eine männliche Hete wahrscheinlich überdurchschnittlich hoch, zugleich ist mien Verhältnis zu diesen Dingen von einer nachgerade bäuerlichen Schlichtheit. Eine Hose etwa halte ich zunächst einmal für ein Stück Stoff, das seinen Träger von meteorologischen Übergriffen und indezenten Blicken schützt, anatomische Mängel verdeckt und morphologische Vorzüge zart herausstreicht. Darüber hinaus verhindert es, dass man in die Herrenhandtaschenfalle tappt, nur weil man nicht weiß, wo man Brieftasche, Taschentuch und Wohnungsschlüssel hintun soll. Es gibt einige Grundanforderungen an Beinkleider, die ich in jedem Falle erfüllt sehen möchte: So sollen Sie etwa bei Regen ihr Gewicht nicht verzehnfachen, sich bei Sonneneinstrahlung nicht selbst entzünden, beim Ausziehen keinen elektrischen Funkenflug verursachen und im Genitalbereich eher an das zarte Vorbeistreifen von Frühlings- oder Eigenwinden erinnern als an Schmiergelpapier mit Secherkörnung. Sobald eine Hose mehr in Richtung Statement als in Richtung Stoff geht, werde ich skeptisch. Diskurstanztheater zum Anziehen, das muss nicht sein. Natürlich sind die Boutiquen, vor allem Modezeitschriften trotzdem voll mit Statementware. Ihre Haupteigenschaft besteht darin, dass man absolut lächerlich aussieht, sobald man sie abseits des Laufstegs trägt. Ja, eigentlich sieht der Fummel schon auf dem Laufsteg lächerlich aus, aber meist lenkt eine bloßgelegte Männerbrust oder die auffällige Magersucht der Models von dieser Erkenntnis ab. Außerdem herrscht, so will mir scheinen, ein fragwürdiges Einverständnis unter den fashonistas, dass das alles eine unglaublich wichtige und ernstzunehmende Angelegenheit sei und man sich praktisch wegräumen müsse, weil Tom Ford nicht mehr bei Gucci ist, sondern wieder in Autos macht. Wichtig sind aber ganz andere Sachen: ob man genug Essen und Liebe kriegt, ob man gesund ist und eine gescheite Arfbeit hat, ob die Kinder gedeihen und eine anständige Bildung kriegen (dann setzen sie auch keine blöden Baseballkappen auf). In einem Nachruf auf Ives Saint Laurent las ich neulich, er habe die Gesellschaft revolutioniert. Ich glaube das aber nicht. Menschen, die so was tun, nennt man Revolutionäre oder Wissenschaftler oder Techniker. Vermutlich hat YSL nicht einmal die Hose revolutioniert, und vermutlich ist das auch gut so. "Revolution", möchte ich ausrufen, "Hände weg von der Hose!"

Dienstag, 27. Mai 2008

Ich und die Eule ...

Es war ein großes Durcheinander. Alle redeten vom ICH. Und gestikulierten. Und dachten dabei an ein Licht, das irgendwo brennt. Im Zentrum. Essenz. Er sagte, sein Licht sei sein Lachen und dass der Rest von ihm finster sei, Nacht. Er sagte, er müsse sich jeden Tag neu erfinden. Sein ICH nehmen und in die Luft werfen, um es zu spüren. Sein ICH war keine Nuss, die findet, wer lang und tief genug bohrt. Hatte keine festen Konturen. Sein ICH wechselte jeden Tag die Gestalt. Er hatte das ICH einer Eule: wenn er wach war, schlief sie und wenn er die Augen schloss, begann sie ihren Flug.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Wir gehen nicht nur zum Lachen in den Keller ...

Wenn wir im Fall Amstetten über das Strafausmaß reden, müssen wir - wie gestern richtig im Club2 angemerkt wurde - einmal die richtige Sprache finden, für das, was dort geschah. Und dort gab es viel mehr als Inzest, dort gab es Mißhandlungen und Folter, ja: Folter!!! im großen Stil und über mehr als 20 Jahre. Und dieser Herr F. oder K. oder wie immer seine Initialen sind, ist ein Monster, ja: Monster!!! und kein irgendwie netter Herr von nebenan, der sich ab und zu in Thailand kleine Mädchen schnappt. Ob es nun bezüglich des im Ofen entsorgten Babies zu einer Mordanklage wegen "unterlassener Hilfeleistung" kommt - ist in diesem Zusammenhang eine spitzfindige als juridisches Argument getarnte Entgleisung.

Die mehr als schrullige Elfried Jelinek meldet sich dazu auch zu Wort - im Internet - und will wie schon einmal von mir negiert - wieder nicht zitiert werden. Was soll denn das? Ich ver-öffentliche etwas und verbiete, dass man mich zitiert. Kann mir, dem Dinosaurier in Sachen Denken, das jemand erklären? Lesen Sie hier, was Jelinek auf www.elfriedejelinek.com unter Aktuelles "Im Verlassenen" schreibt. Lesen Sie es auch hier. Es ist zu wichtig, als dass es nur auf einer Seite stehen kann:

Die Politiker fürchten jetzt, da alle gerettet sind, die sich noch retten ließen, Rufschädigung für Österreich, das wäre furchtbar. Schon hört man die Rufe nicht mehr, die aus dem Keller hallten, weil man sie selbstverständlich gar nicht hören konnte, es gab keine Ritzen oder Spalten, die groß genug für Schreie gewesen wären, wenn sie versucht hätten sich hinauszudrängen. Es gab nur kleine Lüftungsschlitze. Mit Schlitzen, auch in menschlichen Körpern, vor allem weiblichen, kennt der Vater sich aus, er hat sie ja gemacht. Er hat ja alles gemacht, weil er alles machen konnte. Gott sei Dank. Nur nicht schreien! Kein Schrei drängt sich hier vor, auch kein Geburtsschrei einer Gebärenden. Nach so vielen Kindern ist man das Gebären vielleicht schon ein wenig gewöhnt. Nur eins ist kaputtgegangen und eben: entsorgt worden im Heizofen. Wir dürfen keinesfalls unseren Ruf schädigen, und, ist der Schaden einmal angerichtet, darf dieses Gericht nicht gegessen werden. Österreich ist für so vieles berühmt, bedeutend, beliebt, meinetwegen auch: begehrt. Das Sprechen von munteren, gescheiten Frauen zählt auch dazu, obwohl wir es nicht hören können, aber das nehmen wir halt auch noch mit, neben dem, was der Herr sagt und was wichtig ist, was die Herren sagen, am Telefon, zum Escortservicebetreiber, was sie zum Luxus-Callgirl sagen, dessen Memoiren einmal kurz in einer Illustrierten aufgetaucht und dann wieder verschwunden sind. Wahrscheinlich wurde gut dafür bezahlt, daß diese Erinnerungen einer Luxusprostituierten nicht erschienen sind. Wir brauchen keine Erscheinung, wir haben eine Wirklichkeit, die derzeit gerettet werden muß, weil sie in letzter Zeit so unwirklich wirkt, aber Hauptsache, sie wirkt. Wir wollen aber auch wissen, was der Herr Primar, der Herr Richter, und dieser Herr dort und dieser andre dort drüben, wir wollen auch wissen, was die sagen, wenn ihr Ruf einmal nicht in die Öffentlichkeit hineinschallt, sondern privat ganz bei sich ist und bei einer willigen, nicht billigen Frau. Wenn wir schon nicht hören können, was der Vater zum Sohne sagt, der Vater mit dem Sohne macht, ich meine, der Vater zur Tochter spricht (obwohl: Der Macht ist Sprechen nicht nötig, nicht einmal Zeichen, es genügt, wenn ihr ein kleiner Raum bereitgestellt wird, schon herrscht sie über alles, was da ist), die seine Frau ist, weil sie eine Frau ist, naja, er kann auch was zum Sohn sagen, der unten im Keller lebt, jawohl, der andre auch (aber der ist erst fünf und freut sich noch übers Autofahren), wenn wir also nicht hören können, was der Vater zu seinen Leibeigenen sagt, dann müssen wir die Worte des Vaters, und nur die gelten hier, eben überall hören, aus den Worten des Vaters besteht die Öffentlichkeit hier. Wir müssen nicht zum Lachen in den Keller gehen, wir müssen überhaupt nicht in den Keller gehen, außer wir holen die Skier heraus oder die Fahrräder, je nach Jahreszeit, wir müssen nicht in den Keller gehen, wir hören den Vater auch überirdisch, wir hören ihn überall, es sind ihm keinerlei Beschränkungen auferlegt. Wir werden mit dem Wort des Vaters beschallt, wenn der Heilige Vater einmal kommt, dann mit seinen heiligen Worten, womöglich rund um die Uhr, und dann mit dem Wort zum Sonntag und mit anderen Worten für andre Tage. Und dann sind der Worte auch wieder genug gewechselt, nein, ausgegeben worden, mehr Worte oder Laute können nicht mehr durchgelassen werden, wir sind in diesem Verlies schon voll, was glauben Sie, wieviele Personen da noch reingehen?, da müssen wir ja direkt anbauen, was im Keller mühsam ist; aber wenigstens waren sie nicht sehr hoch, die Räume, das wäre nämlich nicht gegangen, das geht nicht, daß hier jemand weggeht, nicht sehr hoch diese Räume, höchstens 1 m 70, das geht, da geht keiner weg, und die Menschen sind ja meist nicht so groß, und mit weniger Luft und Licht wachsen sie wahrscheinlich noch weniger. Ein erwünschter Effekt. Es soll keiner über sich hinauswachsen, es soll alles unter uns bleiben, wir wollen nichts rauslassen, damit man nicht im Ausland über uns redet. Wir verbreiten des Wort des Vaters gern in den Kanälen des Vaterlands, und wir leiten es auch wieder dorthin zurück, wenn wir es genügend genossen haben. Im Ausland bitte auf unser Wort hören, auf den Opernball und aufs Neujahrskonzert hören, alles hören!, aber nicht auf unser Schreien! Das beachten Sie bitte gar nicht, wir beachten es ja schließlich auch nicht, und wir müssen es ja wissen. Aber das Schreien dringt ja nicht einmal bis zum Nachbarn durch oder vom Keller ins eigene Haus hinauf.


Ich habe zitiert (zum wiederholten Male) und warte (noch immer) auf die Strafe. Wird sie kommen? Wird sie gerecht sein? Wir werden sehen ...

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Viel zu lose ...

Identität heißt Abgrenzung. Heißt immer Gleichheit und Differenz in einem. Negativdefinition.
Je schmächtiger die Identität, desto lauter gebärdet sie sich. Ausgrenzend. Zugehörigkeit ist für sie keine Erfahrung. Private Identität bleibt im Widerspruch gefangen oder in der Schwebe. Identität ist immer öffentlich: sie ist das, wodurch man erkannnt wird und sich selbst erkennend verneint. Heimliche Identitäten entspringen den Listen der Minderheiten. Bedrohte Identitäten. Identität in guten Zeiten ist etwas anderes als in schlechten Zeiten, wo sie die psychologische Bedingung von Widerstand ist. Frieden verlangt nach deren Auflösung, Gerechtigkeit nicht. Jedes Erbe ist Zufall (ethnisch, religiös, sexuell, ...) Identität setzt an die Stelle des Zufalls die sinnstiftende Erzählung. Stolz sein auf das eigene Schicksal, wenn die Zufälligkeit darin verstanden wurde. Du bist das Kind dieser Eltern, dieses Viertels, dieser Stadt - aber gegenüber einer Tatsache ist Identität blind: Du bist kein anderer und kein anderer ist du. Die Gruppe wird die Einsamkeit nie verbannen.

Donnerstag, 22. November 2007

Bilder lügen nicht ...

Twoblog hat sich einen Scherz erlaubt, aber hat er wirklich das Bild belogen? Was passiert im Betrachter, der das Verschwommene nicht so betrachten kann, als wäre es so gemacht. Der immer das scharfe Bild im Gedächntis behält, auch wenn er es gar nicht gesehen hat. Ein Scharf-Dejavu? Es ist ein bisschen so, wie wenn man die Rolltreppe, die defekte, ganz normal begehen will - es geht nicht. Man wankt, man stolpert. Man sieht die Treppen in Bewegung, fühlt sich schwindlig.


unscharfvenezia1

Siniweler - Ohne Tal

Kein Ort zum Verweilen, nirgends. Wohin uns die Reise führt? Geradewegs lotrecht zu allem, was das Herz schneller schlagen lässt.

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