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Mittwoch, 23. Juli 2008

Teifl - so a Turm ...

IMG_2935Geplant war der Kirchengrat auf den Ödstein und eine Gesäuse-Überschreitung, solange sie Spaß macht. Nein. Geplant war die Südwand des Festkogels, wenn sich in der Früh - unten am Jonsbach - mein Klettergurt gefunden hätte. Gut. Spaß machte die Überschreitung bis zum Gipfel des Ödsteins. Also eigentlich bis zu ihrem Ausgangspunkt. Denn schon der erste Gratzapfen, der unumgehbar war, brachte den Abbruch.

Der Blick vom großen Ödstein hinunter zum Teufelsturm (Abseilturm) machte klar, dass diese Überschreitung heutzutage seilfrei nur mit großen objektiven Gefahren zu machen ist. Ich sage "heutzutage", weil ich vermute, dass sich der Teufelsturm im Vordergrund auch schon mal in besserem Zustand präsentierte und die milden Winter und Blitzeinschläge der letzten Jahre aus diesem Turm ein morsches Gebilde gemacht haben, das jede Minute in sich zusammenbrechen kann. Auch fällt auf, dass Teile der Spitze (mindestens 5 Kubikmeter - siehe oberer Pfeil im kleinen Bild) kürzlich abgebrochen sind - oder war das schon immer so? - und (wie ich vermute) auch den unteren Gratteil (unterer Pfeil plus Vergrößerung) gesprengt haben.

teufelsturmFazit: so wunderbar die Nord- und Südwände im Gesäuse sind, so prekär sind die Grate dazwischen. Schon am Kirchengrat, wo wir auf den Gr. Ödstein eine eigene Linie wählten, hatte man manchmal das Gefühl, dass nicht Griffe auszubrechen drohen, sondern körpergroße Schuppen, Quader (wohlgemerkt mit perfekten Kalkstrukutren an der Oberfläche), die nur mehr lose mit dem Fels in Verbindung sind. Das führt jede gediegene 3-Punkt-Technik ad absurdum.

Freue mich diesmal übrigens ganz besonders über alle großen und kleinen Pit Schubert´s, die meine Einschätzung kommentieren. Da geht´s doch um was. Denn im XEIS-Führer ist diese Überschreitung nach wie vor ausgepriesen. Zu Unrecht, wie ich meine!

Der Abstieg über die (blau-markierte) Südsüdost-Schulter des großen Ödsteins brachte dann nochmals pikante Kletterei im Steilgras, die unsere Konzentration auf die Probe stellte. Am Ende war es wieder einmal eine Runde, die viel einbrachte - an Erfahrung, an Selbsteinschätzung und an Demut - diesem alten Wort.

Die letzte Einstellung? Zeigt mich im ernsten Telefongespräch mit einem Freund, der Tage zuvor im düsteren Abendlicht auch meinen Klettergurt in seinem Rucksack verstaut hatte. Nein, sie zeigt uns, wie wir im Gasthaus zur "Bachbrücke" Flusskrebse mti einem Sauvignon Blanc vom Skoff hinunterspülen. Im Rücken die Nordwände des Gesäuses in der Abendsonne.

Wir kommen wieder!

Freitag, 11. Juli 2008

Stalker - Walking in the Zone ...

Neues Boulderproblem am Wienfluss gelöst.
Gefragt: Ausdauer und Präzision
Name: "Stalker - Walking in the Zone"; Bewertungsvorschlag: 7c+ (klassisch französisch)

wienfluss

Die Grifffolge: L1#R1#; kL2-R3°; kL4-R5/; kL6-R7-;L8-R9°;kL10~R11/;L12"R13°; L14°R15/; kL16-R17=; kL18=R19}; L20{R21-; kL22-R23=; kL24=R25L26R27L28/; R29=

Zeichenerklärung:
L linke Hand,
R rechte Hand
kL Kreuzzug links
kR Kreuzzug rechts
# großer Aufleger (leicht)
° Fingermulde, harter Aufleger
- Leiste
~ Untergriff
/ Seitgriff, Daumengriff
" Zangengriff (klein)
} Seitgriff Mikro (auf Druck)
{ Seitgriff Mikro (auf Zug)
= guter Griff, Rastpunkt

Auszug aus Wikipedia: Der „Stalker“ (Ortskundige) verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, Leute durch die Zone am Rande der Stadt zu führen. In dieser Zone geschehen seltsame Dinge, es gibt rätselhafte Erscheinungen, deren Ursache zum Zeitpunkt der Handlung schon Jahre zurückliegt und nur vermutet werden kann. Der Stalker hat Gespür, ja Ehrfurcht, für diesen sich ständig verändernden Ort entwickelt, fühlt die Gefahren im Voraus und hat seine Methoden, den tödlichen Fallen, die die Zone stellt, auszuweichen. Die gefährliche Expedition bleibt auf die Reisenden nicht ohne Wirkung. Unterwegs werden Lebensansichten und Weltbilder hinterfragt, Hoffnungen und Zweifel treten zutage – die Protagonisten haben sich gleichzeitig auch auf eine innere Reise begeben. Am Ziel müssen alle drei schließlich erkennen, dass ihnen dieser Ort nicht helfen kann, ihre Probleme zu lösen oder – je nach Blickwinkel – sie nicht bereit sind, den Raum der Wünsche zu benutzen.

Freitag, 16. Mai 2008

Wie die Seele klingt ..

Auch die Seele klingt nicht immer wie eine Nachtigall. Manchmal gibt sie Urlaute von sich - wie hier in Castle Hill bei Loïc Gaidioz.

Montag, 28. April 2008

Solid Air ...

Erste Felsberührung. Einklettern mit Christoph und Silke am Hochfall. Ein Tag hoch über der "neuen Welt", zusammen mit den Falken, die dort nisten. Und es ging gleich ganz schön zur Sache, wie das Bild belegt. Christoph schraubt und zieht und denkt sich seinen Körper neu - und lässt die Seele machen.

christoph1

Die Musik dazu stammt von einem ganz großen: John Martin: "You´ve been climbing to steep, you´ve been living in solid air ..., you´ve been getting too deep, living in solid air ..."



wolf1

Montag, 24. März 2008

Three degrees of seperation ...

Forget the product placements, forget the classic styles. Just look at this: Chris Sharma, the "Dynamosour" of the climbing world - praying in Ceusse.

Dienstag, 15. Januar 2008

A video-letter from Vancouver ...

Sometimes the best inspiration for change can come from someone who hasn´t changed at all - das sagt doch eigentlich alles, oder? Click the Link behind the Picture and watch the VIDEO. And say hello to Georg. The strongest man I´ve ever met and climbed with. I mean: close to him.

george

Und wenn jemand, der das liest, weiß, warum seine eMail ('georg.jost@ubc.ca') nicht funktioniert oder eine neue von ihm hat, freue mich auf sachdienliche Hinweise und Kommentare.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Ein Tag im Alles und Immerschon. ...

ceusse22-kl- Es läutet. Peter kommt zur Tür herein. Und während er lachend vor mir steht, die Fotos in der Hand, als hätte ich gestern darum gefragt, schaue ich an ihm vorbei und zur Tür hinaus, die noch halb offen steht und den Blick frei gibt auf das, was sich vor 10 Jahren eingebrannt hat in mir, in Ceusse.

Die Route, der Tag und wir beide verschmolzen in einem Zauberwort, das nur Captain Dada und seine für dieses Abenteuer sorgsam gewählte Gefährtin bedienen und entschlüsseln können.

Ich sehe unser beider Schmunzeln noch heute, als ich die Feder vom Boden nahm, die zuvor im Morgenlicht fallend tanzte, ins Kopftuch steckte und mir den Namen gab für diesen Tag. Den ganzen Aufstieg schon im rhythmischen Gespräch und jetzt erst recht - die Wand im Rücken - die Gewissheit, dass alles gut ist, hier und jetzt, und alles kommen kann und alles wartet. Und dann auch wirklich nur der nächste Zug und die Bewegung zählt, und alles im Pupillenspiel schon vorgetastet war und immer schon im nächsten Augenblick getan.

Im Bild: Captain Dada in der 4. oder 5. Seillänge, irgendwo zwischen 6c+ und 7a+, Bewertungen gingen verloren, die Kante - sie blieb, wie wir beide! Erinnerst du dich?

Donnerstag, 8. November 2007

Eine Wand aus Stein ...

573936004_8411f8f3b5Ich will über das Klettern schreiben und beschreibe das Gestein. Ich will das Gestein beschreiben und denke an die Bewegung. Was dazwischen liegt, sind Geschichten, die ich mir selbst erzähle. Oft sind es einfach nur Fakten, hinter denen man sich verstecken und heldenhaft fühlen kann. Fakten wie Klappentexte, denen ich jedoch langsam misstraue. Eine Route, das ist etwas Ausgedachtes, das nicht ganz erfunden ist, und etwas Wahrgenommenes, das nicht bloß entdeckt wurde. Zu dauerhaft ist der Stein und zu intensiv in ihrer Vergänglichkeit ist die Linie, die der Körper beschreibt, um das eine oder andere ganz zu sein.

Das schrieb ich vor nunmehr 5 Jahren - einfach drauf los. Heute ist mir der Text ein Anker, der sich festkrallt an dem, was immer schon da und jenseits von gut und böse war. Das Web mit seinem monströsen Gedächtnis hat auch dieses Stück Text zur Gänze aufgehoben - mit einem nachträglichen Bildverweis auf das Cover dieses Blogs.

Bild: Brot und Spiele, 3. Sl, 7a+, Däumling, Gosaukamm

Montag, 1. Oktober 2007

Zinnenzipfel ...

zinnenzipf4

Fiebrig am Herbstzinnenzipfel festgehalten - bis es Abend wurde und weit über die Datumsgrenze hinaus. Mein Druidenaltar, mein Peilstein, oder was?

divers065

vgl dazu den Wikipedia-Eintrag: In keltischer Periode wurde der Berg vermutlich als Druidenaltar geheiligt. Vom Haus Nr. 48 in Nöstach, dem uralten bäuerlichen Gut Fux-Hof aus, kann der weithin sichtbare Kletterfelsen wie Kimme und Korn durch zwei Hügelgräber, die als Visurhügel verwendet wurden, angepeilt werden, wodurch sich der Name etymologisch erklärt. Dorfhistoriker vermuten die Verwendung zur Datumsbestimmung bzw. als Kalender zur Bestimmung von Aussaat und Erntezeit.

Samstag, 15. September 2007

Der große Mix ...

sonnenuhr2... das ist keine Neutour in der Sonnenuhrwand, sondern einfach ein erhebliches Durcheinander (rot punktierte Linie). Nach jeder Seillänge zusammen mit Werner relativ spontan entschieden, wie es weitergeht.

Ich mag diese Art von Kletterei, die sich einen Dreck um Copyrights kümmert. Ups. War das jetzt wieder überheblich?

Bin schon ganz verunsichert, ob all der "political correctness", die mittlerweile auch das Klettern heimsucht. Ist es überhaupt erlaubt, was wir hier machen? Vielleicht sogar strafbar?

Einfach so reinzugehen, rüberzuträumen in die "Elanaveva" - große Achtung hinüberzuschicken an den Michl Wolf - das war halt noch einer - und weiter die Seele nach oben wachsen lassen, wie die Mauersegler draußen in der vertikalen Luft.

1.Sl - direkte Sonnenuhrwand, 3+
2.Sl - direkte sonnenuhrwand, 6+/7-
3.Sl - durchlauferhitzer, 7
4.Sl - direkte Sonnenuhrwand, 5+
5.Sl - direkte Sonnenuhrwand, 6+
6.Sl - Variante Richtung Klettersteig, 6-

Der einzige Wermutstropfen: Im Nachhinein hätten wir vielleicht doch die 4.Sl vom Durchlauferhitzer machen und von dort die Verbindung zum Detonation Boulevard suchen sollen (schwarzer Pfeil und schwarze Punkte). Und gerade raus. Aber besser falsch entschieden, als nichts getan.

Und vielleicht wollten wir ja einfach nicht weiter in Fallinie der kompletten österreichischen Christophorus-Mannschaft klettern, die sich nur wenige Meter neben uns vom SKYWALK oben die 150 Meter zur Übung abseilten. In Erinnerung bleibt mir, wie sie dann unten, am Wandfuß - aufgereiht wie Teletubbies und irgendwie auch so mit den Köpfen wackelnd - in ihren rotgelben Anzügen und mit Sturzhelm durch den Wald hinunter zum Sonnenuhrparkplatz trappelten. Aber diese Bemerkung war nun wirklich nicht ok ..., oder ???

Siniweler - Ohne Tal

Kein Ort zum Verweilen, nirgends. Wohin uns die Reise führt? Geradewegs lotrecht zu allem, was das Herz schneller schlagen lässt.

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