Places

Montag, 27. August 2012

Bretagne

"Aus lauter Angst, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt oder die See mich davonspült, habe ich mein Haus zwischen zwei große Steine eingegossen ," sagt ein Bretone zu sich selbst. Oder war es Cees Noteboom, der in seinem Schiffstagebuch die Geschichte vom Café in Montevideo erzählt, in dem der Ober zum Gast sagt, dass es geschlossen hat? Der Gast darauf - verwundert, aufbegehrend: "Seit wann?" Der Ober lapidar: "Seit über hundert Jahren."

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click to enlarge!

Montag, 3. Oktober 2011

Die Erinnerung ans Meer

"Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will", schreibt Cees Noteboom in den "Ritualen". Was er verschweigt, ist, dass dieser Hund immer nur im Gegenlicht Platz nimmt - dadurch eine Diesigkeit entsteht, wie hier in diesem Bild.

Foz do Lizandro
- ein Leben mit Freunden am Strand. Ein Fest mit Freunden am Strand. Ein Leben wie ein Fest. Ein paar Tage und eine Nacht. Sitzend vor dem großen blauen Buch. Darüber das milchige Sonnenrund. Und morgens der Nebel. Und der Wind mit salziger Zunge. Und im Off, egal, wo man ist, immer das gleichmäßig dumpfe Gestöhn des großen Getiers, wenn es seine glitzernden Wellenglieder in den Sand wirft. Immer und immer wieder. Ich zucke mit der Wimper. Der Augenblick als Ohrenritual.

gegenlicht

Zur Vergrößerung Bild klicken ...

Dienstag, 26. April 2011

Immer nie allein ...

Es geht immer weiter. Mit Foursquare ist noch lange nicht die Spitze der Daten-Verschmutzung erreicht. Aple macht mit iPhone Geolocation auch ohne App (was bedeutet: auch ohne User-Aufforderung).

Aber ist das wirklich ein Skandal? Wollen wir nicht alle begleitet werden? Immer und überall? Ich lese gerade auf Facebook, dass Roman einen Lauf mit Nike + GPS begonnen hat. Und er will, dass wir ihn anfeuern. Können wir tun. Kein Problem. Auch wenn er nächstens auf der Toilette sitzt.

tutschek

Dienstag, 8. Februar 2011

Miniaturen einer Reise - 1

Weiß nicht mal, wo und wann die Reise anfing. Und auch nicht wie das Reisen geht. Nur dass es Mut braucht, mit Haut und Haaren aufzubrechen, wenn man den Urlaub scheut, den man verdient. Wir waren weg. Wir haben uns verloren. Und niemand nahm Notiz. Wir riefen in die Berge, die kein Echo kannten, nur den Wind. Und gingen los. Von Morgen keine Spur. Nur Haut und Haare und eine Frage, wie eine Feder auf der Stirn.

Wie geht das Reisen und die Kunst des Unterwegs?

brille

Dienstag, 16. November 2010

Frühjahr in Bucalemu

Kurz bevor wir in Richtung Südamerika aufbrechen, ereilen uns die letzten, sehr guten Nachrichten von Francisco und seinem am 2. März dieses Jahres vom Tsunami verwüsteten Dorf Bucalemu in Chile.

Obwohl sich immer noch beinahe jeden Tag die Erde bewegt, konnte wieder ein Projekt mit unseren Spenden erfolgreich abgewickelt werden. Auch, weil nach monatelangem Zuwarten endlich die Holzpreise nachgaben und mit dem Bau der neuen Fischerhütte am Meer begonnen werden konnte.

Wir freuen uns sehr und finden dass die Flaggen von Österreich und Chile, wie sie hier nebeneinander im Wind flattern, ein wunderbares Bild der Hoffnung zeichnen. Danke nochmals an alle, die sich mit Ihren Spenden und Energien an diesem Projekt beteiligt haben.

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Wer nochmals nachlesen will, wie das Erdbeben kam, wir nach Francisco und seiner Familie suchten, die ersten Spenden eintrafen, das Geld übergeben wurde und schließlich die ersten Hilfsmaßnahmen starteten: hier nochmals die Links zu den Beiträgen, beginnend am 2. März dieses Jahres.

http://siniweler.twoday.net/stories/6215720/
http://siniweler.twoday.net/stories/6217888/
http://siniweler.twoday.net/stories/6228994/
http://siniweler.twoday.net/stories/6238051/
http://siniweler.twoday.net/stories/6260159/
http://siniweler.twoday.net/stories/6376010/

Mittwoch, 23. Juni 2010

Christoph Wagner: Ein Intellektueller des guten Geschmacks

Ich habe ihn schon länger nicht getroffen, den Herrn Wagner. Und jetzt ist er tot. Und nicht mal diesen Satz kann ich schreiben, wie ich will. Stattdessen müsste ich das Plusquamperfekt bemühen, ich weiß, und mit "Ich hatte ..." beginnen. Aber dieses ist mir widerlich. Genauso wie der Umstand, dass er nicht mehr da ist und ohne ihn die Welt wieder ein Stück genussfeindlicher wird.

Ich erinnere mich genau an den Tag, als ich ihn das erste Mal besuchte. Es war im Herbst 2003. Mit 5 Flaschen Wein aus Argentinien, die ich gerade zusammen mit anderen 13.000 in einer Mischung aus Begeisterung, Gutgläubigkeit und Frechheit in einem Container aus Argentinien nach Österreich gebracht hatte. Der Wein kam von der Bodega Alfredo ROCA aus San Raffael/Mendoza und lag mir nicht nur am Herzen, sondern in dem Moment, in dem ich an seiner Tür läutete, irgendwie auch im Magen. Denn diese "Audienz" war für mich eine erste Möglichkeit, mein Urteil in Sachen Wein durch einen Kapazunder bestätigen oder vernichten zu lassen.

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Ich weiß noch genau, wie ich meinen Topwein, den Malbec Reserva 2000, bereits zuhause öffnete und auf seine Qualität prüfte, um nicht im entscheidenden Moment von einer Korknase überrascht zu werden. Und wie ich dann drei Flaschen nacheinander "aufriss", nur weil der Wein mich oder den Gaumen des anderen, den ich in dieser Stresssituation vorwegzunehmen gewzungen war, so gar nicht überzeugen wollte.

Christoph Wagner, dem ich kurze Zeit später an einem mit Büchern überladenen Rundtischchen meine Probleme mit dem an diesem Tag so verschlossenen Malbec schilderte, als ich ihm den Wein in sein Verkostungsglas goss, lächelte nur milde und meinte in Anspielung auf meine Forschheit im Umgang mit dem Wein: "Wenn er sich nicht gleich zeigen will, dann lassen wir ihm halt ein bisserl Zeit."

Von dem Moment an, das kann ich sagen, waren wir Verbündete. Verbündete in einem Reich, das nur aus Büchern und Gaumenfreuden und Abenteuern zu bestehen schien. Doch nicht nur das: Christoph Wagner gab mir einen Maßstab mit auf den Weg, der sich in den Untiefen der österreichischen Soumellierlandschaft als besonders nützlich erwies, wenn es darum ging, die Weinliebhaber zu finden und die Wichtigtuer zu meiden, die nichts anderes im Sinn hatten, als den Wein für ihre Ego-Demonstrationen zu intrumentalisieren.

Christoph Wagner war mehr als ein Gourmet-Kritiker. Er war ein Weinliebhaber. Ein Cronopium im besten Sinn des Wortes von Julio Cortazar. Ein Geschichtenerzähler und ein Intellektueller des guten Geschmacks.

Freitag, 11. Juni 2010

BUCALEMU: Die Spenden sind angekommen. Danke!

Langsam wird es Winter in Bucalemu. Die Lethargie, die die ersten Tage nach dem Beben begleitet hat, ist längst einer Geschäftigkeit gewichen, der sich kaum wer im Dorf entziehen kann. Überall wird gehämmert und geschraubt. Natürlich gibt es Leid, aber es gibt – auch dank Eurer und unserer Hilfe – daneben auch Hoffnung und Zuversicht.

neu7 Insgesamt 4770 EURO haben wir gesammelt und mit Western UNION direkt nach Bucalemu geschickt, wo der Bruder von Francisco das Geld übernahm und daran ging, die Dinge zu besorgen, die auf unserer gemeinsam erstellten Liste ganz oben standen.

Konkret wurden damit
  • 1 Heizofen/Kamin wurde neu gemauert / 400 EURO
  • 3 komplette Taucherausrüstungen (inkl. Neoprenanzug, Taucherbrille, Schnorchel und Flossen) wurden angeschafft, damit die Apnoe-Fischer aus Bucalemu (darunter auch der Vater von Francisco), wieder ihrer Arbeit nachgehen können (ihre Ausrüstung, die sie in einem Felsverschlag aufbewahrt hatten, hat der Tsunami einfach weggespült) / 890 EURO
  • 2 Backöfen angeschafft / 400 EURO
  • Fenster und Mauern erneuert bzw. neu eingesetzt / 1060 EURO
  • und last but not least eine ganze Menge Werkzeug (darunter auch Töpfe und Teller) und Baumaterial in Form von Holz angeschafft / 1950 EURO
  • die 70 EURO waren Kosten von Western UNION
Der Winter steht vor der Tür. Und die Leute von Bucalemu haben wieder Hoffnung und eine Wärme in ihren Herzen, die auch von Euch gekommen ist.


Danke! Danke! Danke!

Und hier noch ein paar Bilder – ohne Worte …

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Dienstag, 8. Juni 2010

Traunkirchen im Abendlicht. Ein Suchbild.

Im Schwimmen zwei Vögel der Abend so licht.

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zum Vergrößern anklicken ...

Freitag, 26. März 2010

Spendenaktion für BUCALEMU: Die Nacht des Tsunami

Liebe Freunde,
viel hat sich getan seit meinem letzten Brief. Wir stehen mittlerweile bei 3845€ Spendengeld und wir möchten allen, die dazu beigetragen haben, von ganzem Herzen danken. Franciscos Tränen könnt ihr nicht sehen, als ich ihm erstmals von unserer Spendenaktion erzählte, aber er hat mir gesagt, er wird in BUCALEMU eine österreichische Flagge hissen, sobald er zurück ist … ;-)

Francisco ist mittlerweile wieder in Wien, weil er arbeitend seiner Familie am besten helfen kann. Die Geschichten und Bilder, die ich von ihm gesehen habe, sind traurig, erschütternd und mitunter sogar von einer gewissen Komik. Wie das Leben halt so ist.

Besonders in Erinnerung sind die Geschichten der ersten Nacht, das schreckliche Dunkel in BUCALEMU, das riesige Durcheinander, weil mit dem ersten Beben um 3 Uhr früh die komplette Stromversorgung zusammenbrach, der hastige Griff nach ein paar persönlichen Dingen und verzweifelte Suche nach Menschen, die einem lieb sind. Alles war auf der Straße, alles zitterte, alles strauchelte und nur Konturen, Ahnungen, Schreie.

Der Bruder und ein Cousin von Francisco, die noch am Strand waren und feierten, wurden gleich nach dem ersten Beben vom Meer erfasst, das in wenigen Sekunden 4 Meter anstieg, sich aber nicht überschlug. Sie kamen mit dem Schrecken davon. Eine knappe Stunde später kam die zweite, richtige Welle. Die Hütten am Meer stehen nicht mehr. Das Haus von Franciscos Onkels, an dem er 30 Jahre lang gebaut hat, ist wie vom Erdboden verschwunden. Der Platz, an dem es stand, wirkt leergefegt wie nach einer gründlichen Putzaktion. Das Haus von Francisco und seinen Eltern war über einen Meter hoch mit Wasser gefüllt. Und davor steht plötzlich nun ein Kiosk für PAPAS FRITAS, der einen Tag zuvor noch am Strand von BUCALEMU war, beinahe 1 Kilometer entfernt. Alles in allem sind 50% der Häuser nicht mehr da und auch der Strand von BUCALEMU ist wie verschwunden. Gespenstisch steht nun eine kleine Brücke mitten im Meer, die vor dem Tsunami von der Mole zum Strand führte. Das Erdbeben ist immer noch da. Seit über 3 Wochen zittert die Erde in BUCALEMU – jeden Tag aufs Neue.

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Franciscos Onkel an dem Platz, wo vorher sein Haus gestanden hat


















Und jetzt zur guten Nachricht: Wir haben zusammen mit Francisco und seinem Bruder, der vor Ort ist, einen Plan ausgearbeitet, wie wir am besten helfen können und sind gerade dabei eine Liste zu erstellen, von Verwandten und Bekannten, die die Hilfe am dringendsten benötigen. Und wir überlegen uns auch, womit wir am besten helfen können. Das heißt, wir werden von diesem Geld Dinge kaufen, die den Betroffenen am besten helfen und in bereits in den nächsten Wochen beginnen, sie zu verteilen.

Wir wissen, dass wir nicht viel bewegen können. Wie wissen jedoch auch, dass manchmal ein kleines Zeichen Berge versetzen kann.

Bis auf weiteres
Wolfgang und Silke


Wer noch nicht gespendet hat, kann es hier noch tun:

Konto: Tonninger/Erdbebenopfer Bucalemu, Erstebank, BLZ 20111, KontoNr. 30033319752, IBAN: AT572011130033319752, BIC GIBAATWWXXX

Die Brücke zum Strand, die nirgends mehr hinführt ...
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Der Kiosk EL TIO nach seiner weiten Reise vor dem Haus der Familie Gomez ...

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Sonntag, 14. März 2010

Gute Nachrichten aus BUCALEMU!

Liebe Freunde, es gibt gute Nachrichten!
Francisco hat sich gemeldet. Er und seine Familie sind erschöpft aber wohlauf. In BUCALEMU gibt es nach wie vor keinen Strom, kein Wasser und der Tsunami hat 50% der Häuser mitgenommen. Das von Francisco und seinen Eltern war Gott sei Dank nicht dabei. Es steht, ist aber sehr beschädigt. Er schreibt mir, dass ich BUCALEMU kaum wiedererkennen würde. „Tenemos mucho trabajo por delante“ – „wir haben viel Arbeit vor uns“ – meint er in seinem Mail lapidar. In diesem Moment weiß er noch nicht, dass wir zusammen bis jetzt 2.485 EURO!!!! zusammengetragen haben, um seiner Familie zu helfen.

Vielen Dank an dieser Stelle für Eure Unterstützung und dass ihr in dieser Zeit mit uns ward. Das Projekt BUCALEMU ist natürlich damit nicht zu Ende. Es beginnt. Jetzt kann es also losgehen. Jetzt macht Euer und unser Geld einen Sinn. WIR! können helfen … Werden euch natürlich auch über alle weiteren Schritte auf dem Laufenden halten. Und heute lasst uns einfach darauf anstoßen!!!! ;-)

Liebe Grüße Wolfgang + Silke

Siniweler - Ohne Tal

Kein Ort zum Verweilen, nirgends. Wohin uns die Reise führt? Geradewegs lotrecht zu allem, was das Herz schneller schlagen lässt.

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