Am Montag den Film REVANCHE von Götz Spielmann gesehen. Und aus dem Kino getorkelt, wie schon lange nicht. Großes Kino. Punkt. Aus Österreich. Unglaublich. Und wieder Oskar-nominiert. Wie DIE FÄLSCHER, der gut war und politisch korrekt und engagiert gespielt. Aber eben kein großer, kein wirklich großer Film.
Spielmann hat einen gemacht. Hat sich sein eigenes Erzählen zugetraut und ist über Genregrenzen hinausgewandert, wie wenn es nichts Einfacheres gäbe. Revanche ist nicht nur formal überzeugend, er ist Heimatfilm, Doku, Milieustudie, Thriller und Psychodrama in einem. Gratuliere Götz! Die Nominierung ist alles, der Rest ist Politik. Denn - seien wir uns ehrlich - 2x Österreich hintereinander wäre sogar uns zu viel ;-)
Bei den Dreharbeiten: Im Scheunentor ganz links Johannes Krisch als Alex, in Bildmitte "der Hausner" Hannes Thanheiser mit seiner Knopfharmonika und rechts davon Götz Spielmann am Regiepult.
Zur Zensur. "Es gibt zwei Arten davon: Die politische Zensur, die ist sichtbar, und die unsichtbare Zensur durch Unterhaltung, die Zensur per Quote. In deren Namen wird alles andere marginalisiert oder unterdrückt. Wir leben in einer Hegemonie der Quote, das heißt der unsichtbaren Herrschaft der Dumpfbacken. Gegen politische Zensur kann man protestieren. Wer protestiert gegen die mindestens so repressive Zensur durch Unterhaltung, die alles Wissenswerte verdrängt? Der Celebritykult (die brillante Vertiefung dazu gibts hier!) überformt die ganze Gesellschaft. Schauspieler werden zu Politikern, Politiker heiraten Modelle – sie alle verbindet ihre Popularität in den Massenmedien. "
Zur Bankenkrise "Die sogenannte Bankenkrise ist Symptom für eine globale Kompetenzkrise. Wenn das Finanzkapital und seine Institutionen Milliarden in den Sand setzen, ist es kriminell zu fordern, die Kunden sollten wieder Vertrauen gewinnen. Die Milliardenverluste der Konzerne und Großindustrie, der Spekulanten und Fonds sind nicht Ausdruck einer Vertrauenskrise, sondern schlichtweg Ausdruck dessen, dass die handelnden Personen nichts von ihrem Job verstehen. Wenn jemand in der Schule eine Rechenaufgabe nicht zustande bringt, kann er auch nicht zum Lehrer sagen, es handle sich um eine Vertrauenskrise, sondern der Lehrer wird ihm einen Fünfer geben, weil er falsch gerechnet hat."
BUSH geht und weil er nichts Neues zu sagen hat als sein mittelalterliches Lamento über Gut und Böse in der Welt, reicht ein Bildchen von seinem Abgang.
Und OBAMA kommt und spricht - so mitreißend, eloquent und persönlich, dass es nicht wundert, wenn wir ihm unsere Träume anvertrauen. Hier auf Einladung von Google über die Rolle von Informationstechnologie und dann im Interview mit Google CEO Eric Schmidt (ca. ab min. 15) über ziemlich alles, was zählt.
Kennen Sie die Stille, die eintreten kann, wenn es schneit? Alles flüstert das eine Wort, das in jedem Kopf ein anderes Echo hat. Nennen Sie es, wie Sie wollen. Aber halten Sie die Luft an - es schneit.
Die passende Musik dazu liefert BON IVER mit Woods.
10/01/09: Start in Weichselboden bei -15°. So kämpften wir uns 5 Stunden durch das schattige Gschöderer Kar nach oben. Die Harscheisen ausgefahren und auf der Hut.
Derweil die Sonne mit den Gemsen um die Wette lief und sich keinen Deut um uns scherte.
Als wir dann oben standen, blendete uns das Sonnenlicht und bog der Wind uns Schattengestalten zurecht, sodass wir das Weite suchten.
... erinnere ich mich heute an den Satz, den mir mein Lateinprofessor vor mehr als 25 Jahren noch schnell zugesteckt hat, bevor er uns verlassen musste. Und der seit damals in meinem Herzen brennt - mal stärker, mal schwächer, aber nie erlosch: "Unser Ziel ist ein teilnehmendes, bewusstes und naturgemäßes Leben."
Wer bereit ist, diesen Satz zu kauen und den ungeheuren Spagat zu wagen, den er verlangt, hat den Schlüssel zu ALLEM in der Hand. Und wer mir sagt, von welchem lateinischen Dichter das Zitat stammt und wo ich es finden kann, der bekommt von mir eine Flasche vom besten Wein, den ich im Keller hab. Versprochen!
Am 28.12. stiegen wir aufs Gamsfeld. Etwas abseits der Trampelspuren, südseitig, mit Gosaukamm und Dachstein als ständigem Gegenüber. Auch hinunter fanden wir in SW- und W-Ausrichtung unverspurte Pulverhänge. Als alles beinah zu Ende war, fing alles an: auf der Rinnbergalm gabs Hirschschinken, Speck und Kas zum Selberschneiden. Zeitloch zum Seeleschaukeln. Auch Bergführer Steff strahlte mit uns um die Wette.
Bewertung nach gerade erst eingeführtem Schema:
7+10+10+7+4+0+5+5+5+5+5 (Extrapunkte für Jause auf der Rinnbergalm!) = 63 pt
Das Bild zeigt unsere Gruppe am Gamsfeld-Nebengipfel. Im Hintergrund posiert das Tennengebirge.
Wir tourten ins neue Jahr auf Schiern. Und weil manchmal selbst das Unvergleichliche nach Vergleichen sucht, entwarfen wir vor ein paar Tagen kurzerhand ein Bewertungsschema, das nicht nur Spaß macht, sondern auch beim Erinnern hilft.
GRUNDKATEGORIEN: maximal 60 Punkte zu vergeben
1) Schneebeschaffenheit, 1-10 Punkte
2) Teilnehmer / Zusammensetzung / Stimmung, 1-10 Punkte
3) Wetter, 1-10 Punkte (bewusst subjektiv: auch Schneefall kann 10 Punkte bekommen)
4) Landschaft / Szenerie, 1-10 Punkte
5) Einsamkeitsfaktor, 1-10 Punkte (je einsamer, desto besser)
6) Eigenverantwortlichkeit / Lernfaktor, 1-10 Punkte
ZUSATZPUNKTE: maximal 25 Punkte zu vergeben
5 Punkte für die Jause (wenn alles passt)
5 Punkte für die Erreichung des Gipfels
5 Punkte für die Ausrüstung (wenn alles passt / dabei ist)
5 Punkte für An- und Abreise (wenn ok und nicht zu lang)
5 Extra-Punkte für etwas ganz Spezielles (ein Added Value, der besonders sorgsam vergeben werden soll!)
TOURENBEWERTUNG:
80-85 Punkte -- Jahrhunderttour
70-79 Punkte -- super, geniale Tour
60-69 Punkte -- sehr schöne Tour
50-59 Punkte -- schöne Tour
40-49 Punkte -- ok!
-----------------------
unter 40 Punkte: definitiv ungenügend; wird so nicht wiederholt
... aktuelle Beispiele folgen ...
für Anregungen/Vorschläge zur Optimierung bin ich natürlich dankbar!
Das Hauptschiff -- ganz ohne (korr.!) Schnörksel. Ein Sakralraum, der stumm macht. Keine Verzierung, kein Bild, nichts. Nur ein steinerner Altartisch und ein hölzernes Kreuz, die dort stehen als wären sie stumme Zeugen dieses Pleonasmus. Denn ein Tisch in einem solchem Raum kann nicht anders als steinern, ein Kreuz nicht anders als hölzern sein.
"And those who were seen dancing were thought to be insane by those who could not hear the music." - Frederick Nietzsche "Und die, die tanzten, wurden für verrückt erklärt von denen, die die Musik nicht hören konnten. Friedrich Nietzsche
Die Erde, die von Menschen erdrückt wird, die keine Gottesfürchtgkeit mehr kennen, bittet Zeus, sie von dieser Bürde zu erlösen.
So leitet der Vorgesang ins erste Buch der ILIAS, die Raoul Schrott für uns neu geschrieben und dabei in einem kulturgeschichtlichen Handstreich nicht nur TROJA, sondern mit ihm auch den Griechen Homer und die Anfänge des Abendlands in den assyrischen Kulturraum verlegt hat.
Wer Podcasts als aufgepeppte Links (also zusammen mit Play-Taste) so wie hier auf einfachste Art und Weise anzeigen will, der sei auf dieses Javascript von del.icio.us namens playtagger verwiesen. Einfach und schnell!
Begonnen hat alles ganz normal. Mit einem Gedicht. Und dem Gedanken an eine bessere Welt. Dann klopfte die Welt an der Tür und verdarb - wie fast immer - alles!
Im Album Nr. 49 von GEA findet er dieses Gedicht von Joachim Ringelnatz. Zeitlos. Passend.
Als zusätzliche Lektüre empfohlen - das GEA-Kundenmagazin BRENNSTOFF mit einem schönen Beitrag zum Film von Erwin Wagenhofer: "Let's make money" Was das alles miteinander zu tun hat?
Nun gut. Wer schenkt, kauft. Und wer kauft, nimmt sein Geld von der Bank. Und das ist besser als gar nichts.
SCHENKEN
Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich
und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack
und Humor,
so dass die eigene
Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist
ohne List.
Sei eingedenk,
dass Dein Geschenk
Du selber bist.
Stop stupid surfing, scanning, scrolling! - and LOOK and TRUST - your eyes. Just one moment ...
Halten Sie inne. Einen Moment lang. Und widmen Sie sich kurz ein paar Dingen als gäbe es sie schon nicht mehr. Beim feierlichen TAKE OFF von "PILGRIMAGE - an exhibiton in space" geben wir Ihnen dazu Gelegenheit. 5 Minuten lang. Schauen, staunen, einprägen - alles, was vorbeizieht.
Wann? Am 8. Dezember, um 16 Uhr im Künstlerhaus Wien ... näheres zur VERNISSAGE gibts bei ALMBLITZ
Nettes Video vom Petzl Rock Trip Zillertal 2008 mit Größen wie Dani Andrada (12'-14') und Lisa Rands (14'-18') in der gleichen Route, Pausenkasperl Dave Graham immer und überall und nirgends richtig, Gérôme Pouvreau (20'-23'), Steve McClure (5'-6'), Marcus Bock (7'-10' in GRACELAND, 8b), Jorg Verhoven, Chris Sharma (wo?) und v.a.
Der einzige Wehmutstropfen dabei: die sehr abgegriffenen Sätze über das Klettern. Da fehlt einem beim Zuhören einfach der Gripp.