Freitag, 16. Mai 2008

Wie die Seele klingt ..

Auch die Seele klingt nicht immer wie eine Nachtigall. Manchmal gibt sie Urlaute von sich - wie hier in Castle Hill bei Loïc Gaidioz.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Ein Stimmengewirr zu Pfingsten ...

Zu Pfingsten sind wir lufthungrig und legen uns raus auf die Hohe Wand. Machen den Dehnungstest solange, bis 3 Tage wie ein ganzer Urlaub sind. Little Italy. Little Jesolo. Rechts und links von uns werden Stahlseile durch den Fels gezogen, damit das Mammut-Getier die Katalogwerte testen kann. Im Detonation Boulevard spucken uns Leute vom Skywalk in unsere Magnesium-Beutel. Doch wir lachen nur in den böigen Wind hinein. Wenn er zu viel wird, sind nur noch die Drachen am Himmel und die Gleitschirmflieger verkriechen sich wieder in ihre Handys, woher sie gekommen sind.

Uns beeindruckt das wenig. Wir lassen uns treiben und machen auf heile Welt. Die gibt´s natürlich auch in den Städten, wie uns Nessy in Ihrem Blog beweist:

Setting:
Ein warmer Frühlingstag. Geräusche spielender Kinder. Fußbälle scheppern gegen Garagentore. Fahrräder klingeln sich durch die Straßen. Jungsstimmen unterm Küchenfenster.

[...]
KK* I: Wir fahren ihm mitm Fahrrad überm Kopp.
KK II: Bist du schwul, oder was? Dann geht der tot!
KK I: Machen wir Stunt!
KK II: Im Fernsehen ham die Stuntmen immer Knarre.
KK I: Voll krass, ey! Wo ich bei mein' Vatta war, hat er mir gezeigt. Aber is' voll billig. Is' nich' für zum Schießen, sondern nur wegen Erschrecken!
KK II: Is' doch besser, wenn nur zum Erschrecken. Die knallt schon voll rein, ey, wenn du die ein' an' Kopp hälst. [ahmt Schussgeräusche nach] Weil wenn dein Vatta ein' abknallt, dann kommt der in'n Knast.
KK I: Mein Vatta is' nich' Knast! Glaubsdu mein Vatta is' voll Loser?
KK II: Mama sagt, dein Vatta is' W/chser!
KK I: Was is' W/chser?
KK II: Is' wie Arschloch, nur mit f/cken.
[...]

Donnerstag, 8. Mai 2008

Wir gehen nicht nur zum Lachen in den Keller ...

Wenn wir im Fall Amstetten über das Strafausmaß reden, müssen wir - wie gestern richtig im Club2 angemerkt wurde - einmal die richtige Sprache finden, für das, was dort geschah. Und dort gab es viel mehr als Inzest, dort gab es Mißhandlungen und Folter, ja: Folter!!! im großen Stil und über mehr als 20 Jahre. Und dieser Herr F. oder K. oder wie immer seine Initialen sind, ist ein Monster, ja: Monster!!! und kein irgendwie netter Herr von nebenan, der sich ab und zu in Thailand kleine Mädchen schnappt. Ob es nun bezüglich des im Ofen entsorgten Babies zu einer Mordanklage wegen "unterlassener Hilfeleistung" kommt - ist in diesem Zusammenhang eine spitzfindige als juridisches Argument getarnte Entgleisung.

Die mehr als schrullige Elfried Jelinek meldet sich dazu auch zu Wort - im Internet - und will wie schon einmal von mir negiert - wieder nicht zitiert werden. Was soll denn das? Ich ver-öffentliche etwas und verbiete, dass man mich zitiert. Kann mir, dem Dinosaurier in Sachen Denken, das jemand erklären? Lesen Sie hier, was Jelinek auf www.elfriedejelinek.com unter Aktuelles "Im Verlassenen" schreibt. Lesen Sie es auch hier. Es ist zu wichtig, als dass es nur auf einer Seite stehen kann:

Die Politiker fürchten jetzt, da alle gerettet sind, die sich noch retten ließen, Rufschädigung für Österreich, das wäre furchtbar. Schon hört man die Rufe nicht mehr, die aus dem Keller hallten, weil man sie selbstverständlich gar nicht hören konnte, es gab keine Ritzen oder Spalten, die groß genug für Schreie gewesen wären, wenn sie versucht hätten sich hinauszudrängen. Es gab nur kleine Lüftungsschlitze. Mit Schlitzen, auch in menschlichen Körpern, vor allem weiblichen, kennt der Vater sich aus, er hat sie ja gemacht. Er hat ja alles gemacht, weil er alles machen konnte. Gott sei Dank. Nur nicht schreien! Kein Schrei drängt sich hier vor, auch kein Geburtsschrei einer Gebärenden. Nach so vielen Kindern ist man das Gebären vielleicht schon ein wenig gewöhnt. Nur eins ist kaputtgegangen und eben: entsorgt worden im Heizofen. Wir dürfen keinesfalls unseren Ruf schädigen, und, ist der Schaden einmal angerichtet, darf dieses Gericht nicht gegessen werden. Österreich ist für so vieles berühmt, bedeutend, beliebt, meinetwegen auch: begehrt. Das Sprechen von munteren, gescheiten Frauen zählt auch dazu, obwohl wir es nicht hören können, aber das nehmen wir halt auch noch mit, neben dem, was der Herr sagt und was wichtig ist, was die Herren sagen, am Telefon, zum Escortservicebetreiber, was sie zum Luxus-Callgirl sagen, dessen Memoiren einmal kurz in einer Illustrierten aufgetaucht und dann wieder verschwunden sind. Wahrscheinlich wurde gut dafür bezahlt, daß diese Erinnerungen einer Luxusprostituierten nicht erschienen sind. Wir brauchen keine Erscheinung, wir haben eine Wirklichkeit, die derzeit gerettet werden muß, weil sie in letzter Zeit so unwirklich wirkt, aber Hauptsache, sie wirkt. Wir wollen aber auch wissen, was der Herr Primar, der Herr Richter, und dieser Herr dort und dieser andre dort drüben, wir wollen auch wissen, was die sagen, wenn ihr Ruf einmal nicht in die Öffentlichkeit hineinschallt, sondern privat ganz bei sich ist und bei einer willigen, nicht billigen Frau. Wenn wir schon nicht hören können, was der Vater zum Sohne sagt, der Vater mit dem Sohne macht, ich meine, der Vater zur Tochter spricht (obwohl: Der Macht ist Sprechen nicht nötig, nicht einmal Zeichen, es genügt, wenn ihr ein kleiner Raum bereitgestellt wird, schon herrscht sie über alles, was da ist), die seine Frau ist, weil sie eine Frau ist, naja, er kann auch was zum Sohn sagen, der unten im Keller lebt, jawohl, der andre auch (aber der ist erst fünf und freut sich noch übers Autofahren), wenn wir also nicht hören können, was der Vater zu seinen Leibeigenen sagt, dann müssen wir die Worte des Vaters, und nur die gelten hier, eben überall hören, aus den Worten des Vaters besteht die Öffentlichkeit hier. Wir müssen nicht zum Lachen in den Keller gehen, wir müssen überhaupt nicht in den Keller gehen, außer wir holen die Skier heraus oder die Fahrräder, je nach Jahreszeit, wir müssen nicht in den Keller gehen, wir hören den Vater auch überirdisch, wir hören ihn überall, es sind ihm keinerlei Beschränkungen auferlegt. Wir werden mit dem Wort des Vaters beschallt, wenn der Heilige Vater einmal kommt, dann mit seinen heiligen Worten, womöglich rund um die Uhr, und dann mit dem Wort zum Sonntag und mit anderen Worten für andre Tage. Und dann sind der Worte auch wieder genug gewechselt, nein, ausgegeben worden, mehr Worte oder Laute können nicht mehr durchgelassen werden, wir sind in diesem Verlies schon voll, was glauben Sie, wieviele Personen da noch reingehen?, da müssen wir ja direkt anbauen, was im Keller mühsam ist; aber wenigstens waren sie nicht sehr hoch, die Räume, das wäre nämlich nicht gegangen, das geht nicht, daß hier jemand weggeht, nicht sehr hoch diese Räume, höchstens 1 m 70, das geht, da geht keiner weg, und die Menschen sind ja meist nicht so groß, und mit weniger Luft und Licht wachsen sie wahrscheinlich noch weniger. Ein erwünschter Effekt. Es soll keiner über sich hinauswachsen, es soll alles unter uns bleiben, wir wollen nichts rauslassen, damit man nicht im Ausland über uns redet. Wir verbreiten des Wort des Vaters gern in den Kanälen des Vaterlands, und wir leiten es auch wieder dorthin zurück, wenn wir es genügend genossen haben. Im Ausland bitte auf unser Wort hören, auf den Opernball und aufs Neujahrskonzert hören, alles hören!, aber nicht auf unser Schreien! Das beachten Sie bitte gar nicht, wir beachten es ja schließlich auch nicht, und wir müssen es ja wissen. Aber das Schreien dringt ja nicht einmal bis zum Nachbarn durch oder vom Keller ins eigene Haus hinauf.


Ich habe zitiert (zum wiederholten Male) und warte (noch immer) auf die Strafe. Wird sie kommen? Wird sie gerecht sein? Wir werden sehen ...

Dienstag, 6. Mai 2008

Nicht nur beim Laufen ...

"Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist eine Option."
Haruki Murakami: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

Sonntag, 4. Mai 2008

Für heuer die letzte ...

Einmal noch hinauf in den Schnee. Diesmal von der Oberhofalm (Filzmoos) auf die Sulzenschneid und auf perfekten Firnhängen um 8 Uhr ostwärts hinunter. Gegenanstieg am Windlegergrat und den Torstein-Südwänden vorbei übers Rauchkar zum Tor. Wieder hinunter bevor die Schneedecke bricht und nochmals hinauf auf den Sulzenhals in bereits grundlosem Schnee. Das ganze nur 2 Stunden später. Schnell heraus - sage ich mir - bevor die Grundlawinen abgehen und hinein in die Klettersaison.

torstein
In Bildmitte (im Schatten) die Windlegerscharte, die ich diesmal auslasse. Rechts daneben der Torstein mit dem sturmgepeitschten Windlegergrat, noch weiter rechts das Tor mit dem Rauchkar.

sulzenschneid
Die Abfahrtslinie von der Sulzenschneid. Links daneben ist der ganze Hang bereits abgegangen.

raucheck
Blick vom Tor hinüber auf das Raucheck.

IMG_2404
Blick vom Tor hinüber in die Wände von Mitterspitz und Dachstein.

IMG_2401
Blick nach Westen zur Bischofsmütze. Rechts von der Bischofsmütze (Bildmitte) die Stuhlscharte. Noch weiter rechts der Steiglpass. Ganz rechts im Nebel die Großwand mit dem Däumling.

Montag, 28. April 2008

Solid Air ...

Erste Felsberührung. Einklettern mit Christoph und Silke am Hochfall. Ein Tag hoch über der "neuen Welt", zusammen mit den Falken, die dort nisten. Und es ging gleich ganz schön zur Sache, wie das Bild belegt. Christoph schraubt und zieht und denkt sich seinen Körper neu - und lässt die Seele machen.

christoph1

Die Musik dazu stammt von einem ganz großen: John Martin: "You´ve been climbing to steep, you´ve been living in solid air ..., you´ve been getting too deep, living in solid air ..."



wolf1

Donnerstag, 24. April 2008

Take your weapons and go home ...

Mein Bild des Tages: Der rostige Frachter "An Yue Jiang" mit für Präsident Mugaba bestimmten Waffen an Bord irrt vor den Küsten des südlichen Afrika herum. "Das ist ein gutes Zeichen, eines, das auch China aufmerksam vermerken sollte (...) es ist in der Tat aberwitzig, ein Regime wie Simbabwe noch üppig mit Waffen und Munition auszustatten", schreibt die New York Times. In Südafrika zeigen ein Priester, eine Bank und Gewerkschaften aus aller Welt, was Zivilcourage ist und was sie (interessensübergreifend) leisten kann - auch wenn (wie Hinweise in den Medien nahelegen) die 77 Tonnen Waffen von der südafrikanischen Regierung Mbeki´s bereits bezahlt waren.

nyt

China (und die dort tätigen multinationalen Konzerne!!!) sollten sich tunlichst eine neue Taktik für 2008 überlegen. Sonst wird das olympische Fest ein Kracher, der nach hinten losgeht.

Samstag, 19. April 2008

Daily relationship business with Kate Nash ...



Thursday night, every thing's fine, except you've got that look in your eye
when I'm tellin' a story and you find it boring,
you're thinking of something to say.
You'll go along with it then drop it and humiliate me in front of our friends.

Then I'll use that voice that you find annoyin' and say something like
"yeah, intelligent input, darlin', why don't you just have another beer then?"

Then you'll call me a bitch
and everyone we're with will be embarrassed,
and I wont give a shit.

My finger tips are holding onto the cracks in our foundation,
and I know that I should let go,
but I can't.
And every time we fight I know it's not right,
every time that you're upset and I smile.
I know I should forget, but I can't.

You said I must eat so many lemons
'cause i am so bitter.
I said
"I'd rather be with your friends mate 'cause they are much fitter."

Yes, it was childish and you got aggressive,
and I must admit that I was a bit scared,
but it gives me thrills to wind you up.

My finger tips are holding on to the cracks in our foundation,
and I know that I should let go,
but I can't.
And every time we fight I know it's not right,
every time that you're upset and I smile.
I know I should forget, but I can't.

Your face is pasty 'cause you've gone and got so wasted, what a surprise.
Don't want to look at your face 'cause it's makin' me sick.
You've gone and got sick on my trainers,
I only got these yesterday.
Oh, my gosh, I cannot be bothered with this.

Well, I'll leave you there 'till the mornin',
and I purposely wont turn the heating on
and dear God, I hope I'm not stuck with this one.

... and so on ...

Dienstag, 15. April 2008

"In den Schuhen" oder "auf den Spuren" des Dalai Lama?

War gestern erstmals im Büro der "Gesellschaft zur Hilfe an das Tibetische Volk", um mit den Leuten dort über meine Idee zu reden, eine Route, die ich am Flakturm ausgedacht und geschraubt habe, "Free Tibet" zu nennen und an ihrem Ende unterm Dachvorsprung eine tibetische Fahne mit Gebetsglocke zu platzieren, die jeder schlagen soll, der sie durchstiegen hat. Und das Feedback war enorm. So gut, dass ich nicht nur mit Tibetfahne und Glocke Richtung Flakturm fuhr, sondern auch noch mit einem Riesentransparent als Leihgabe - mit dem Satz/Slogan "Tibet stirbt und die Welt schaut zu".

DL-shoes1aWas tun? Sich hinaufnageln unters Dach in Nacht und Nebel und sich selbst als Aktivist ins Zentrum rücken? Auf Slogans setzen oder auf die Arbeit am Begriff? Kurzfristig provozieren oder längerfristig am Weltteig kneten? Wir entschieden uns fürs erste, kleine Brötchen zu backen. Die kleinere Tibetfahne (ohne Slogan und ohne Abbildung des chinesischen Militärs als Feindbild) plus Glocke ans Ende der Route zu hängen. Nicht aus Ängstlichkeit, wohlgemerkt, sondern aus Demut vielleicht. Demut vor der großen Sache.

Da halfen uns auch die Schuhe des Dalai Lama, über die ich im Web stolperte. Sie gingen im Jahr 2005 um die Welt, als die Schweizer Künstlerin Sylvie Fleury sie für ihr Aura-Fotografieprojekt im Rahmen der Ausstellung "THE MISSING PEACE" verwenden wollte. Als diese bei den Ausstellungskuratoren eintrafen, war jeder versucht, die Schuhe des Dalai Lama anzuprobieren. Aber man widerstand dieser vordergründigen Eingebung.

Die Geschichte dahinter erschließt uns Tenzin Tethong, Professor and der Stanford Universität und Präsident der Dalai Lama Foundation, indem er folgendes zur Ausstellung festhielt, das auch für die Installation am Flakturm Geltung hat: "the goal of the exhibition should not be about hero worship, or even the fight for Tibetan freedom. And it's not about how we become the Dalai Lama, or walk in his shoes. Rather the exhibition must show how each of us can walk alongside the Dalai Lama: how each of us has a story, and how that story can share in the Dalai Lama's story -- of compassion, peace, and the unity of all things."

In diesem Sinne ... freu ich mich diesmal ganz besonders über jeden Kommentar!

Dienstag, 8. April 2008

Matt Damon "running out of time"

Wie sagte John Updike: "Berühmtheit ist eine Maske, die sich ins Gesicht frisst." Und doch gibt es manchmal Situationen, da geht die Maske abhanden. So geschehen mit Matt Damon bei Jimmy Kimmel LIVE! Peinlich aber wahr! Halten Sie bis zum Ende durch - es lohnt sich!

Donnerstag, 3. April 2008

EURO 2008: Wie aus belächelten Idioten vielleicht doch noch ernst zunehmende Außenseiter werden ...

Nach dem Spiel gegen die Niederlande war ich sehr zufrieden: 1) dass wir verloren und 2) doch so viel Positives gezeigt hatten, das hoffen ließ. Diese Zufriedenheit hielt ein paar Stunden, dann kam langsam die Verzweiflung durch, weil ich an Hickersberger dachte und an seinen dämlichen Präsidial-Schatten und an all die falschen Schlüsse, die jener in vorauseilender Dummheit und Kleinmütigkeit gegenüber diesem aus der Niederlage ziehen wird. Und damit zum wiederholten Mal aus einer lehrreichen eine leerreiche Niederlage macht.

grafSeit heute ist das alles anders. Denn Martin Blumenau hat mich in seinem 122. EM-Journal auf eine Netzwerkanalyse , die meine intuitiv gezogenen Schlüsse bestätigte, und vor allem auf ein Interview im Standard hingewiesen, das so sensationell anders ist, als alles, was ich von Hickersberger bislang kannte, dass die Verzweiflung innerhalb von nur wenigen Augenblicken einer Hochstimmung Platz macht und mich buchstäblich und nachhaltig so dermaßen in die "Emotions-Vertikale" befördert, dass es mich selbst verblüfft.

Einer Hochstimmung, die wohlgemerkt nichts mit Überheblichkeit zu tun hat, sondern daraus resultiert, dass ich mir zum ersten Mal vorstellen kann, dass wir - wenn wir 1. viel Glück haben, 2. der Bio-Rhythmus aller Spieler passt, 3. der Gegner ein bisschen mithilft, 4. wir im Spiel richtig auf geänderte Situationen reagieren und 5. die Luft reicht - unsere Außenseiterrolle zusammen mit unseren Herzen in die Hand nehmen und die eine oder andere Sensation schaffen können.

Und das ist doch schon eine ganze Menge.

Freitag, 28. März 2008

Help Tibet !!!



"Chinese brothers and sisters - wherever you may be - with deep concern I appeal to you to help dispel the misunderstandings between our two communities. Moreover, I appeal to you to help us find a peaceful, lasting solution to the problem of Tibet through dialogue in the spirit of understanding and accommodation." This is how the Dalai Lama ends his appeal to the people of China from today.

Read it carefully and sign here NOW!

Some Blogs about the situation in Tibet:
Beijing wide Open
Students for a free Tibet
Agams Gecko
Precious Metal
Tibetspace
Tibeto-logic
Radio Free Asia

Montag, 24. März 2008

Three degrees of seperation ...

Forget the product placements, forget the classic styles. Just look at this: Chris Sharma, the "Dynamosour" of the climbing world - praying in Ceusse.

Sonntag, 16. März 2008

Durch China hindurch ... 1

Vieles beginnt als Zufall und endet abrupt, besonders das Wahre. Vom Zentrum zu schreiben, bedarf der größten Distanz. Es gibt keinen Eintritt in das Konkrete. Vergangen heißt, was nicht widerfährt. Durch China hindurch.

Nach Jahren noch biegt sich der klobige Vogel im beiläufigen Kampf der Kräfte. Drinnen Musik im Gehör und draußen, nur eine Spanne entfernt, das Ächzen von Zeit und Raum. Zhong Guo, ein schwarzes Zeichen auf metallenem Grund. Ich sehe mich durch das Bullauge. Dahinter die Vertikale, tausende Meter aus Luft - das Land, das ich nie erreichte.

Am Anfang war nur der Regen, tagelang feuchte Kleider am Leib und hinter dem Regen eine Emsigkeit, die verschlossen blieb. Peking, Beijing. Luftloch in einem Gewitter. Fliehender Boden unter den Füßen. Angst, die sich langsam legt und Nacht. Kein Ankommen, kein Aufatmen. Spannung bloß, die sich verschiebt.

Überhaupt wird vieles jetzt erinnert als regnerisch, kalt oder trüb. Natürlich - es gab auch die strahlenden Tage, dort, am Ende der Welt, doch eigentlich tief erscheint mir nach Jahren alles, was schwer war, beschwerlich und fremd. Der Regenberg, der so nahe schien und so sehr an anderer Stelle, das kalte, modrige Bettgestell, als alles Sehnsucht war nach Wärme und Rast, der Schulhof getaucht in Licht, das niemand verstehen mußte. Nein, dieses Licht war nicht trüb, es war klar und warf Schatten, die ihr eigenes Leben führten, und der Wind am Hügel, bevor wir das Dorf erreichten, war nicht Wind, sondern Atem, der lautlos und flach das Land in Morgen teilte. Der Berg, der soviel Luft vor sich hertrug, er war wie durch beschlagene Scheiben geschaut, ganz in Nebel gehüllt und nur ich stand im Wasser - und dazwischen gläserne Luft. Es gab nichts, das für alle war. Alles teilte sich in das, was war und das, was es für mich war. Der Regen, der Berg: nichts war faßbar in Worten. Selbst die Luft, die zum Atmen bereitstand, war anders für mich.

Beschwerlich - ein Wort, das auch nur für kurze Zeit weiterhilft, nach wenigen Zeilen ist alles zerfallen. Wenn das Land, über das ich schreibe, mehr sein soll als eine Folie, durch die hindurch Bekanntes erneut genießbar wird, muss es das Fremde bleiben als Sprache, die sich an nichts erinnert. Die Rede ist heute wie damals von der Distanz, zwischen dem Erlebten und dem Subjekt, das erlebt, zwischen dem Erinnerten und dem dieses glückt, widerfährt, ein feiner Riß, der dort spürbar wird, wo es ihn per definitionem nicht zu geben hätte. Ein Widerspruch, scheinbar, der uns überfällt, wenn wir am intensivsten nicht ganz sind. Beschwerlich ein Wort, das nichts bedeutet, als die Balance zu halten über diesem Riß.

Siniweler - Ohne Tal

Kein Ort zum Verweilen, nirgends. Wohin uns die Reise führt? Geradewegs lotrecht zu allem, was das Herz schneller schlagen lässt.

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