10/01/09: Start in Weichselboden bei -15°. So kämpften wir uns 5 Stunden durch das schattige Gschöderer Kar nach oben. Die Harscheisen ausgefahren und auf der Hut.
Derweil die Sonne mit den Gemsen um die Wette lief und sich keinen Deut um uns scherte.
Als wir dann oben standen, blendete uns das Sonnenlicht und bog der Wind uns Schattengestalten zurecht, sodass wir das Weite suchten.
... erinnere ich mich heute an den Satz, den mir mein Lateinprofessor vor mehr als 25 Jahren noch schnell zugesteckt hat, bevor er uns verlassen musste. Und der seit damals in meinem Herzen brennt - mal stärker, mal schwächer, aber nie erlosch: "Unser Ziel ist ein teilnehmendes, bewusstes und naturgemäßes Leben."
Wer bereit ist, diesen Satz zu kauen und den ungeheuren Spagat zu wagen, den er verlangt, hat den Schlüssel zu ALLEM in der Hand. Und wer mir sagt, von welchem lateinischen Dichter das Zitat stammt und wo ich es finden kann, der bekommt von mir eine Flasche vom besten Wein, den ich im Keller hab. Versprochen!
Am 28.12. stiegen wir aufs Gamsfeld. Etwas abseits der Trampelspuren, südseitig, mit Gosaukamm und Dachstein als ständigem Gegenüber. Auch hinunter fanden wir in SW- und W-Ausrichtung unverspurte Pulverhänge. Als alles beinah zu Ende war, fing alles an: auf der Rinnbergalm gabs Hirschschinken, Speck und Kas zum Selberschneiden. Zeitloch zum Seeleschaukeln. Auch Bergführer Steff strahlte mit uns um die Wette.
Bewertung nach gerade erst eingeführtem Schema:
7+10+10+7+4+0+5+5+5+5+5 (Extrapunkte für Jause auf der Rinnbergalm!) = 63 pt
Das Bild zeigt unsere Gruppe am Gamsfeld-Nebengipfel. Im Hintergrund posiert das Tennengebirge.
Wir tourten ins neue Jahr auf Schiern. Und weil manchmal selbst das Unvergleichliche nach Vergleichen sucht, entwarfen wir vor ein paar Tagen kurzerhand ein Bewertungsschema, das nicht nur Spaß macht, sondern auch beim Erinnern hilft.
GRUNDKATEGORIEN: maximal 60 Punkte zu vergeben
1) Schneebeschaffenheit, 1-10 Punkte
2) Teilnehmer / Zusammensetzung / Stimmung, 1-10 Punkte
3) Wetter, 1-10 Punkte (bewusst subjektiv: auch Schneefall kann 10 Punkte bekommen)
4) Landschaft / Szenerie, 1-10 Punkte
5) Einsamkeitsfaktor, 1-10 Punkte (je einsamer, desto besser)
6) Eigenverantwortlichkeit / Lernfaktor, 1-10 Punkte
ZUSATZPUNKTE: maximal 25 Punkte zu vergeben
5 Punkte für die Jause (wenn alles passt)
5 Punkte für die Erreichung des Gipfels
5 Punkte für die Ausrüstung (wenn alles passt / dabei ist)
5 Punkte für An- und Abreise (wenn ok und nicht zu lang)
5 Extra-Punkte für etwas ganz Spezielles (ein Added Value, der besonders sorgsam vergeben werden soll!)
TOURENBEWERTUNG:
80-85 Punkte -- Jahrhunderttour
70-79 Punkte -- super, geniale Tour
60-69 Punkte -- sehr schöne Tour
50-59 Punkte -- schöne Tour
40-49 Punkte -- ok!
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unter 40 Punkte: definitiv ungenügend; wird so nicht wiederholt
... aktuelle Beispiele folgen ...
für Anregungen/Vorschläge zur Optimierung bin ich natürlich dankbar!
Das Hauptschiff -- ganz ohne (korr.!) Schnörksel. Ein Sakralraum, der stumm macht. Keine Verzierung, kein Bild, nichts. Nur ein steinerner Altartisch und ein hölzernes Kreuz, die dort stehen als wären sie stumme Zeugen dieses Pleonasmus. Denn ein Tisch in einem solchem Raum kann nicht anders als steinern, ein Kreuz nicht anders als hölzern sein.
"And those who were seen dancing were thought to be insane by those who could not hear the music." - Frederick Nietzsche "Und die, die tanzten, wurden für verrückt erklärt von denen, die die Musik nicht hören konnten. Friedrich Nietzsche
Die Erde, die von Menschen erdrückt wird, die keine Gottesfürchtgkeit mehr kennen, bittet Zeus, sie von dieser Bürde zu erlösen.
So leitet der Vorgesang ins erste Buch der ILIAS, die Raoul Schrott für uns neu geschrieben und dabei in einem kulturgeschichtlichen Handstreich nicht nur TROJA, sondern mit ihm auch den Griechen Homer und die Anfänge des Abendlands in den assyrischen Kulturraum verlegt hat.
Wer Podcasts als aufgepeppte Links (also zusammen mit Play-Taste) so wie hier auf einfachste Art und Weise anzeigen will, der sei auf dieses Javascript von del.icio.us namens playtagger verwiesen. Einfach und schnell!
Begonnen hat alles ganz normal. Mit einem Gedicht. Und dem Gedanken an eine bessere Welt. Dann klopfte die Welt an der Tür und verdarb - wie fast immer - alles!
Im Album Nr. 49 von GEA findet er dieses Gedicht von Joachim Ringelnatz. Zeitlos. Passend.
Als zusätzliche Lektüre empfohlen - das GEA-Kundenmagazin BRENNSTOFF mit einem schönen Beitrag zum Film von Erwin Wagenhofer: "Let's make money" Was das alles miteinander zu tun hat?
Nun gut. Wer schenkt, kauft. Und wer kauft, nimmt sein Geld von der Bank. Und das ist besser als gar nichts.
SCHENKEN
Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich
und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack
und Humor,
so dass die eigene
Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist
ohne List.
Sei eingedenk,
dass Dein Geschenk
Du selber bist.
Stop stupid surfing, scanning, scrolling! - and LOOK and TRUST - your eyes. Just one moment ...
Halten Sie inne. Einen Moment lang. Und widmen Sie sich kurz ein paar Dingen als gäbe es sie schon nicht mehr. Beim feierlichen TAKE OFF von "PILGRIMAGE - an exhibiton in space" geben wir Ihnen dazu Gelegenheit. 5 Minuten lang. Schauen, staunen, einprägen - alles, was vorbeizieht.
Wann? Am 8. Dezember, um 16 Uhr im Künstlerhaus Wien ... näheres zur VERNISSAGE gibts bei ALMBLITZ
Nettes Video vom Petzl Rock Trip Zillertal 2008 mit Größen wie Dani Andrada (12'-14') und Lisa Rands (14'-18') in der gleichen Route, Pausenkasperl Dave Graham immer und überall und nirgends richtig, Gérôme Pouvreau (20'-23'), Steve McClure (5'-6'), Marcus Bock (7'-10' in GRACELAND, 8b), Jorg Verhoven, Chris Sharma (wo?) und v.a.
Der einzige Wehmutstropfen dabei: die sehr abgegriffenen Sätze über das Klettern. Da fehlt einem beim Zuhören einfach der Gripp.
Die Architektur hat etwas vom neuen Eingangsportal zum Wiener Würstlprater. Geld verdirbt jedenfalls wie meistens den Geschmack. Das "Atlantis" in Dubai wurde eröffnet. Wer dabei war, ist eigentlich wurscht.
Mich interessieren eigentlich nur die Zahlen: 40.000 Leute haben 7 Jahre lang gebaut und dabei 100 Millionen Kubikmeter Erde und Stein bewegt. Kosten 1, 2 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass jedes der 1500 Zimmer ca. 1 Million Euro gekostet hat. 16 Millionen Euro kostete nun die Eröffnungsfeier, bei der 1,7 Tonnen Hummer, 4000 Austern, 50 kg Gänseleber, 1000 Wachteleier und 5000 Sushi serviert wurden.
Heute abend ist es wieder mal soweit. Wir, die versammelten Prinz Eugens, gegen die Türken. Oder ist das heute nicht mehr so, sind die Türken keine Bedrohung mehr? Hier die passende Aufstellung zum Spiel, die helfen könnte, tradierte Mythen aufzuweichen.
Entsatzschlacht von Wien 1683, Zeitgenössisches Gemälde (F. Greffels)
Ramazan Özcan von Hoffenheim im Tor. Taner Ari von Magna Neustadt als Rechtsverteidiger, Yüksel Sariyar vom selben Verein als zentraler Abwehrspieler, neben ihm Cemil Tosun, der Rapidler beim DSV sowie links Harun Erbek, der verdiente U21-Teamspieler, der gerade bei KayseriSpor gekündigt hat.
Im Mittelfeld rechts Ekrem Dag von Besiktas, der - wie ich gerade gelesen habe - Lob von Volkan Demirel, dem türkischen Teamtormann bekommen hat, zentral Turgay Bahadir, der jüngst ja eine irrtümliche Nominierung von Fatih Terim erhielt, neben/vor ihm Veli Kavlak von Rapid und links natürlich Ümit Korkmaz von Frankfurt.
Dazu Cem Atan von Mattersburg und Muhammet "Hanifi" Akagündüz, der jetzt bei Manisa in der 2. türkischen Liga spielt, im Angriff.
Wechselspieler: Dursan Karatay von Altach und Supertalent Yasin Pehlivan von Rapid, vielleicht noch Ihsan Poyraz oder Ertan Uzun, die jungen Torleute von LASK bzw. Rapid. Oder Cem Tosun, den Bruder von Cemil, der dieselbe Position spielen kann, oder den alten Haudegen Metin Aslan, zuletzt bei OrduSpor, für die Verteidigung oder den Dauer-Grenzgänger Ümit Erbay fürs Mittelfeld.
Hat doch was, oder? Wenn man davon absieht, dass Ümit und Sariyar verletzt sind. Sie können da nicht mitreden? Sie meinen, dass das so nicht geht? Gefunden hab ich die Aufstellung im Blog von Martin Blumenau - und der ist für mich seit Jahren der Funken Hoffnung, dass auch in Österreichs Fußball, der ja ein rundes Spiegelbild ist unserer Seele, eine mutige und innovative Personalpolitik möglich ist.
Hier noch ein Nachtrag zu meiner rethorischen Frage, "warum plötzlich alles so politisch ist?". Denn Sie und ich wissen, dass immer alles politisch war. Auch wenn Politik plötzlich nicht mehr hype ist, werden wir von ihr jeden Tag rechts und links überholt und bestimmt.
Und das Private? Solange wir privat sind, sind wir nicht. Wir publizieren uns selbst jeden Tag, in Facebook und Twitter und Blogs. Denn erst öffentlich kann man als Privater richtig gut leben.
Das wissen auch die Banken - aber sie sagen es nicht!
Und die Postämter? Die reden viel und wissen wie immer nichts.
Vielleicht sollten wir einmal darüber reden, was von öffentlichem Interesse ist bzw. was das ist: öffentliches Interesse. Robert Misik tut es - hier!
Sie kennen die Geschichte vom österreichischen Weinskandal 1985, der landläufig bekannten Glykol-Geschichte, die uns eines der dämlichsten und strengsten Weingesetze der Welt einbrachte? Dämlich, weil damit nicht das Lagen- oder Terroirdenken wie in anderen Ländern (Frankreich) gefördert wurde, sondern die Weinqualität an so verzichtbaren Größen wie dem Mostgewicht festgemacht wurde. Die Deutschen hatten das gleiche Problem mit den Öchsle-Graden in den 70er-Jahren und haben sich bis heute nicht davon erholt.
Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass dieser Skandal nicht zu einer nachhaltigen Anhebung des Rotweinniveaus in Österreich führte (und ich spreche hier nur von den Rotweinen), sondern nur zu einer langfrisitigen Konzentration auf das Weinmarketing, das wiederum dazu beitrug, dass seit Jahren jede Kritik am österreichischen Wein geflissentlich unter den Teppich gekehrt wird.
Dass heute jeder Mittelklassewein in Österreich um die 90 (Parker-fine) Punkte bekommt, sagt nichts über den Zustand unserer Weine, sondern nur über den Zustand der Weinjournaillie dieses Landes, die ein Inzesthaufen sondergleichen und so perspektivenlos ins Glaserl schaut, dass es eine Schande ist. Denn de fakto sagt heute jeder, der sich ein bisschen mit Rotwein auskennt, dass 90% der hierzulande angebotenen Weine in punkto Preis-Leistung eine Katastrophe sind. Aber eben, wie in Österreich üblich, hinter vorgehaltener Hand.
Der Anlassfall: Ganslessen vor einer Woche und dazu der Wein 1012 von Feiler-Artinger, Jahrgang 2006, ein Cabernet Franc und Merlot, der in einem angesehenen Wiener Gasthaus zum gleichen Preis wie der "Solitaire" angeboten wird - der eigentlich eine österreichische Institution ist. Erstens: wie fast bei allen österreichischen Rotweinen, viel zu jung, zweitens: keinen Nase, drittens: keinen Körper, viertens zur Krönung: in modischem Schraubverschluss. Ein Skandal um diesen Preis. Ein Allerweltswein im schlechtesten Sinn des Wortes. Meinem Unmut wird vom Sommelier mit dem Hinweis begegnet, dass das zwar Feiler-Artinger ist, aber eben die neue Generation. Und die schmeckt in Österreich halt so.
Ich sage nicht, dass es keine Ausnahmen gibt. Aber die Wurzel allen Übels ist die Art und Weise, wie man sich in Österreich seit Jahren diesen Weinen nähert. Man hofiert Mittelklasse oder in diesem Falle Unterklasse mit gutem Namen oder gefälligem Etikett, dass es haarsträubend ist.
Wie man Weine sonst noch verkosten kann, zeigt Gary Vaynerchuk in seinem Wein-Video-Blog vorbildlich und das seit Jahren. Ein Beispiel sind der Decimo vom Kartauserhof 2005 und ein St. Laurent vom Johanneshof Reinisch 2004. Kenne sie nicht, aber vielleicht gehören auch diese beiden zu jenen Weinen, die unsere Ehre retten.