Ötscher Südkar ...

Nach einem Nebeltag in Wien hatte ich genug von diesem Paralleluniversum, von dem die Menschen in der Stadt, die Wetterberichte teilnahmslos über sich ergehen zu lassen scheinen - und nur abstrakt vermerken - wie das Leben, wenig Ahnung haben. Doch selbst ich, der ich ja von den letzten Tagen her weiß, was da draußen auf mich wartet, werde unrund, als der Nebel sich nach Scheibbs langsam auftut, und kein Schnee zu sehen ist, so sehr ich die Nase auch an die Windschutzscheibe presse und den Horizont suchend anflehe. Gaming - nur noch 15 km bis nach Lackenhof - das gleiche Bild. Bin ich im Paralleluniversum gefangen? Gibt es kein Zurück?

Doch dann - endlich - wenige Kilometer vor Lackenhof, von einer Kurve auf die andere, beginnt der Winter - gelingt mir der Sprung zurück in das Weiß-Blau, nach dem ich mich so gesehnt habe. Ich nehme den ersten Sessellift. Hinauf zum Ötscher-Schutzhaus und gehe los, ohne Harscheisen - die habe ich in der anderen Welt vergessen - kämpfe ich mich über den zum Teil blankvereisten Rücken. Um 10:30 bin ich am Gipfel und schaue erstmals dorthin, wo es mich hinunterzieht: die direkte Einfahrt ins Südkar - 47°steil und recht eng.

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Jause bei erhöhtem Puls direkt über der Einfahrt in die Südkarrinne. Die Verhältnisse sind nicht unschwierig: Dort, wo ich jetzt bin, ist der Hang südwestlich geneigt und pulvrig, in der Mitte ist er pickelhart und dort, wo er firnig sein sollte - also genau gegenüber und südostausgerichtet wie Tage zuvor die Ostflanke am Scheiblingstein -, lässt er sich nicht testen, weil er stark überwächtet ist. Was tun?

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Am besten hineinfahren, denke ich mir, nachdem ich alle Schlüsse richtig gezogen und noch einmal kontrolliert habe, dass das Ergebnis keinen Zweifel zulässt - zumindest im Kopf. Hinein also durch den Pulver und das Geratter, um am Ende den Atem anzuhalten und den ersten Schwung zu machen und festzustellen, dass alles hält. FIRN!!! Gerade mal 5 Zentimeter! Alles jubelt innerlich. Nach 5-6 Schwüngen bleibe ich kurz stehen und schaue hinauf - und hinunter, auf das, was noch kommt. Übrigens: die Schneezunge ganz unten im Bild ließen wir uns bis zur Zungenspitze zergehen!

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Die zwei Spezialisten, die mir oben den Vortritt ließen, um zu sehen, wie die Verhältnisse sind, kommen nach.

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Noch einmal der Blick hinauf mit der Abfahrtslinie, direkt vom Gipfel des Ötscher. Jetzt wartet ein Gegenanstieg von 700 Metern, bei dem die Sonne das Hirn aufheizt, bis es kocht. Ich ziehe mich etwas zurück in mich und genieße auch dies mit jedem Atemzug.

Und hier - mittlerweile ja gewohnt - noch ein paar mehr Bilder und die geografische Verortung:
http://www.maptales.com/view/13045

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http://siniweler.twoday.net/stories/4702568/modTrackback

Siniweler - Ohne Tal

Kein Ort zum Verweilen, nirgends. Wohin uns die Reise führt? Geradewegs lotrecht zu allem, was das Herz schneller schlagen lässt.

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